Sprechanalyse per Video mit Marte Meo®

Diese Art der Interaktionsberatung zielt darauf ab, wie Sie Ihre Sprache und Ihr Sprechen in alltäglichen privaten und beruflichen Umgangsmomenten so gestalten, dass Ihr Gegenüber mit Ihnen in einen einladenden Kontakt kommen kann.

Maria Aarts entwickelte Marte Meo® bereits in den 80er Jahren in den Niederlanden. Vom lateinischen „mars martis“ abgeleitet, meint der Name etwas „aus eigener Kraft“ zu erreichen. Aarts fand in den Video-Analysen die geeignete Methode, um Eltern und Kinder mit besonderen Bedürfnissen in gelingende Beziehungen zu begleiten.

Videobilder bieten sehr konkrete Informationen zur Hilfe

Das Videobild ist ein hervorragendes Instrument, um die entscheidenden Momente sichtbar zu machen, in denen die Interaktion in eine gute, weiterbringende Richtung geht oder eben nicht. In einfachen Worten erhalten Sie zu den Bildern hilfreiche konkrete Informationen, die Sie direkt anwenden können.

Die Marte Meo®-Methode hält hierzu spezifische Kommunikations-Tools bereit. Im richtigen Moment angewendet,

  • bringen sie vielfältige Entwicklungsprozesse in Gang
  • geben sie Sicherheit und Orientierung
  • leiten sie die Stimmung in konstruktive Wege
  • ermöglichen sie Kooperation und
  • verbessern langfristig angewendet die Lebensqualität.

Arbeitsgrundlage dieser Analyse sind kurze Videosequenzen, die in meiner Praxis oder nach individueller Absprache vor Ort aufgenommen werden. Schlüsselszenen gelungener und unterstützender Interaktion werden mit Ihnen analysiert und die Wirkmechanismen schrittweise trainiert, so dass Sie diese im Alltag sicher abrufen können.

In welchen Kontexten hilft die Marte Meo® Sprechanalyse?

Eltern sehen sich in diesen Videoausschnitten, wie sie zum Beispiel die Sprachentwicklung ihrer Kinder in Alltagsmomenten fördern können.

Aber auch die Entwicklung von Selbstbewusstsein, die Kooperation im Spiel mit anderen Kindern oder das Einhalten von Regeln werden bei Bedarf über die Video-Clips bearbeitet.

Darüber hinaus ist Marte Meo® in vielfältige pädagogische, medizinische und therapeutische Arbeitsbereiche integrierbar.

Marte Meo® ist einsetzbar mit Einzelnen und Gruppen

Im beruflichen Kontext hilft die Methode, über Sprache gut in den Kontakt zu gehen, ihn aufzubauen und halten zu können, unabhängig von Einzel- oder Gruppenkontext. Und das sowohl in Situationen, in denen Sie ermutigen müssen als auch in Momenten, die eine klare Anleitung erfordern, was und wie etwas zu tun ist.

Habe ich Ihr Interesse geweckt? Denken Sie, dass diese Methode Ihr Problem lösen könnte?

Ablauf und Dauer der Beratung

Die ersten Videoaufnahmen analysiere ich intensiv im Hinblick auf Ihre Fragestellung bzw. Ihr Problem. Daraus ergibt sich unser Fahrplan, welche Marte Meo®-Fähigkeiten gestärkt oder gelernt werden. Je nach Thema benötigen wir zwischen 3 und 10 Treffen, in denen Sie jeweils 2-3 essenzielle Ausschnitte aus einem aktuellen Video sehen und eine damit verbundene Aufgabe bis zum nächsten Video erhalten. Ich begleite Sie solange, bis Sie sich in Bezug auf Ihre Fragestellung sicher fühlen.

Wenn Ihnen das noch zu abstrakt ist, dann lesen Sie hier ein Beispiel aus meiner Arbeit mit MarteMeo®

Die Mutter eines 5-jährigen Jungens hat mich kontaktiert und folgendes berichtet:

Ihr Kind schrie jedes Mal laut und anhaltend, wenn es einen Wunsch nicht direkt erfüllt bekam oder es einer Aufgabe nicht nachkommen wollte. Und das in einer schrillen Frequenz, die jegliche anderweitige Unterhaltung unmöglich macht.

In der Video-Analyse einer lockeren Freispielsituation zwischen Mutter und Sohn sowie einer Aufgabensituation sehe ich, welche Fähigkeiten zur förderlichen Kommunikation bei beiden bereits entwickelt sind und welche noch nicht genügend genutzt werden.

Dahingehend zeige ich der Mutter die Sequenzen im Video, in denen es ihr gut gelingt, im entspannten Kontakt mit ihrem Sohn zu sein. Sie lernt unter anderem, was sie ihm mit einfach benennenden Worten jeden Tag 5 Minuten lang beim Freispiel zu seinen Spielideen rückmelden kann. Dadurch kann sie ihm zeigen, dass ihre Aufmerksamkeit ganz bei ihm ist und sie seine Ideen wertschätzt. Wir überlegen, an welchen Stellen sie das im Alltag vermehrt einsetzen kann, um die Beziehung zwischen beiden Schritt für Schritt zu nähren und zu verbessern.

Bei den Schrei-Momenten versuchen wir, das Bedürfnis hinter dem Verhalten des Jungen zu verstehen. Ein Punkt ist sicherlich, seine Umgebung zu kontrollieren und zu wissen, wie er bekommt, was er will. Andererseits ist da auch Angst, sich auf etwas Neues einzulassen, inklusive der drohenden Möglichkeit zu scheitern. So fällt es dem Sohn zum Beispiel schwer, sich im Kontakt mit Gleichaltrigen auf deren Spielideen einzulassen. Auch hier möchte er seine Ideen mit Schreien durchsetzen; das hat ihn in der Kita-Gruppe bereits isoliert.

In einem Videoclip kann die Mutter sehr gut sehen, dass sie dem Schreien des Sohnes recht schnell entnervt nachgibt. Obwohl ihr klar ist, dass der Sohn aus ihrem Verhalten offenbar gelernt hat, genauso lange zu schreien, bis er sein Ziel erreicht hat, erwecken gerade die Bilder ihre nötige emotionale Erkenntnis.

Ein weiterer Videoclip zeigt, dass die Mutter beim gemeinsamen Ausräumen des Geschirrspülers klar formulieren kann, was ihr Sohn als nächstes tun soll – und er es widerstandslos, sogar fast gut gelaunt tut. Das zu sehen, macht ihr sichtlich Mut und sie möchte bis zum nächsten Treffen solche Situationen besser wahrnehmen und möglichst wiederholen. Den Fokus auf die gelingenden Momente zu legen und die konstruktive Atmosphäre zu genießen, kann in anstrengenden Phasen sehr kraftgebend für alle Beteiligten sein.

Wir üben anhand von Videoclips abwechselnd mit beiden Elternteilen, wie sie ihrem Sohn im Alltag positive Aufmerksamkeit geben und ihn angemessen für erwünschtes Verhalten loben. Die positiven Veränderungen im Verhalten des Jungen bleiben nicht aus; zwar kommt es nach wie vor noch zu ausgedehnten Schrei-Attacken, doch die familiäre Stimmung hat sich insgesamt verbessert.

Wir erarbeiten im weiteren Verlauf, wie die Eltern angekündigte Grenzen auch bei lautstarkem Widerstand konsequent halten können. Dies führt beim Sohn anfangs zu Irritation und der verständlichen Reaktion, immer wieder sehr genau zu testen, ob die Eltern ihre Ankündigungen denn auch ernst meinen. Diese Phase ist für die Familie sehr kräftezehrend und die Eltern benötigen viel Bestätigung.Auch hier geben die Videobilder die konkrete Möglichkeit, Aktion und Reaktion genau zu analysieren und so die Klarheit der Eltern positiv auf das Verhalten des Jungen wirken zu lassen.

Dieses Vorgehen stärkt die Eltern nachhaltig. Sie werden deutlich sicherer im Setzen klarer Handlungsrahmen und angemessener Begrenzungen.Im Gegenzug kann der Sohn unter Gleichaltrigen zunehmend seine dominante Haltung ablegen und sich im Spiel allgemein besser auf andere Kinder einlassen. Die Schrei-Attacken nehmen sukzessive ab und die Familie kann ihre gemeinsame Zeit wieder genießen.